Das Gesetz der Bewegung der inneren Organe
Gesundheit entsteht dort, wo Bewegung frei möglich ist. Dieser Grundsatz gilt nicht nur für Gelenke und Muskeln, sondern auch für die inneren Organe. Das von Dr. Andrew Taylor Still geprägte Prinzip, dass eine gute Versorgung und Beweglichkeit entscheidende Voraussetzungen für Gesundheit sind, besitzt insbesondere in der viszeralen Osteopathie eine besondere Bedeutung.
Jedes gesunde Organ verfügt über zwei wesentliche Bewegungsformen:
- Mobilität (äußere Bewegung):
Die Bewegung der Organe während der Atmung, bei Körperbewegungen oder durch die natürliche Aktivität des Zwerchfells. Mit jedem Atemzug bewegen sich beispielsweise Leber, Magen und Darm mehrere Zentimeter auf und ab.
- Motilität (innere Eigenbewegung):
Der natürliche, feine und rhythmische Bewegungsimpuls eines Organs, der als Ausdruck seiner Vitalität betrachtet wird.
Verliert ein Organ durch Entzündungen, Operationen, Narben, Stress oder andere Belastungen einen Teil seiner natürlichen Beweglichkeit, können Spannungen auf umliegende Strukturen übertragen werden. Diese Spannungen können sich weit entfernt vom eigentlichen Ursprung bemerkbar machen.
Ein Beispiel aus der Praxis: Eine eingeschränkte Beweglichkeit der Niere kann über fasziale Verbindungen und Muskelketten Einfluss auf den Psoas-Muskel (tiefliegender Hüftbeugemuskel) nehmen. Daraus können Beschwerden im Bereich von Hüfte, Becken oder unterem Rücken entstehen. Die viszerale Osteopathie betrachtet genau diese Zusammenhänge und sucht nach den funktionellen Ursachen hinter den Beschwerden.






